Zeitkapsel

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Kategorie: Information

Darum geht’s: Der Podcast Zeitkapsel taucht in die Geschichte von Irene Butter – 91 Jahre alt, Holocaust-Überlebende. Während des Nationalsozialismus flieht sie mit ihrer Familie von Berlin nach Amsterdam, wo sie von Nationalsozialisten gefasst und nach Zwischenstop im Durchgangslager Westerbork schließlich in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert werden. Jeden Tag Todesangst, kaum etwas zu essen und ihre Eltern werden immer schwächer. Wie hat sie das ausgehalten? Wie hat sie diese Zeit erlebt? 

Die vier 16-jährigen Schülerinnen Milla, Ida, Lonneke und Mathilda sprechen mit der 91-Jährigen zu ihrem Leben. Irene erzählt von Verfolgung, vom grausamen Winter im KZ und von Anne Frank, die sie aus Amsterdam kannte unter tragischen Umständen im KZ Bergen-Belsen kurz vor ihrem Tod traf. Es ist eine Geschichte von Verzweiflung und Angst, aber auch von Hoffnung und Zusammenhalt. Denn sie spricht auch über ihre überraschende Rettung und ihr Leben mit der Erinnerung. 

In insgesamt 22 Stunden Austausch haben Irene und die vier Mädchen zusammen gesprochen, geweint und gelacht. Milla, Ida, Lonneke und Mathilda haben stellvertretend für alle Jugendlichen gefragt – Irene hat ihre persönliche Geschichte geteilt. Von Jahr zu Jahr rückt diese dunkle Zeit weiter in die Vergangenheit, es gibt nur noch wenige Holocaust-Überlebende, die von ihren Erlebnissen berichten können. Mittels dieser hörbaren Zeitkapsel wird Irenes Geschichte nie in Vergessenheit geraten – stellvertretend für alle jüdischen Schicksale aus dieser Zeit. Und die Hörer:innen werden durch die hautnahe und ergreifende Erzählung zu Zeug:innen. 

Mehr zu Irene Butter und ihrem Leben:

Die heutige Amerikanerin hat als Jugendliche den Holocaust in Deutschland überlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie zunächst jahrzehntelang über ihre entsetzlichen Kindheitserlebnisse geschwiegen. Bis eines Tages ihre Tochter zu ihr sagte, dass sie morgen den Holocaust in der Schule durchnehmen, und sie allen angekündigt habe, sie bringe ihre Mutter mit, damit die mal von ihren Erfahrungen erzähle. Seitdem redet Irene in Schulen, Gedenkstätten und an Erinnerungstagen über ihre Kindheit in Berlin in den 30er Jahren. Über die Flucht in die Niederlande, ihr Leben vor Ort und schließlich über ihre Deportation in einem Viehwaggon ins Nazi-Lager Westerbork direkt an der deutsch-niederländischen Grenze – das auf den ersten Blick gar nicht so fürchterlich erschien, wären da nicht die regelmäßigen Züge ins Vernichtungslager Auschwitz, einem Ort, von dem keiner zurückkehrte. Sie spricht über die eigene Verlegung nach Bergen-Belsen, einem Konzentrationslager, in dem es zwar keine Gaskammern gab, wo aber dennoch Zehntausende starben. Und auch über die permanente Angst sowie die immer wieder aufflackernde Hoffnung und ihre wundersame Rettung und die glückliche Zukunft in Amerika. Diese Geschichten verknüpft Irene mit Botschaften, denn sie findet, dass man viel aus dieser Zeit lernen kann: Sei niemals ein Mitläufer. Quäle keine Menschen, diskriminiere niemanden, gebe jeder Person eine Chance, so anders sie auch sein mag. Und ertrinke niemals in Selbstmitleid. Mache immer weiter.  Bis heute glaubt sie an Wunder, denn aus dieser Zeit hat sie auch gelernt: Wunder geschehen denen, die kämpfen. Und irgendwann, wenn man es vielleicht gar nicht mehr erwartet, schleicht sich auf einmal wieder das Glück ins Leben.

Stab

  • Gespräch
    • Milla Bessling
    • Mathilda Foitlinski
    • Lonneke Liebmann
    • Ida Seidel
    • Irene Butter
  • Sprecher
    • Julian Greis
  • Idee und Buch
    • Caroline Schmidt
  • Text
    • Moritz Luppold
    • Katharina Mahrenholtz
    • Caroline Schmidt
  • Faktencheck und Verifikation
    • Yves Müller
  • Schnitt
    • Alexander Gerhardt
  • Musik und Sounddesign
    • Bente Faust (Honig & Gold)
  • Formatentwicklung
    • Moritz Luppold
    • Katharina Mahrenholtz
  • Projektleitung und Redaktion
    • Katharina Mahrenholtz
  • Produktion
    • NDR in Zusammenarbeit mit funk

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