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Sozialcourage Medienpreis für Die Frage

Mainz, 27. Juni 2018 – Wie komme ich mit dem Tod klar? Eine schwierige Frage. Für die Suche nach Antworten wurde das Reportage-Format „Die Frage“ (PULS für funk) mit dem 2. Platz beim Sozialcourage Medienpreis ausgezeichnet. Stellvertretend für das ganze Team nahmen die Autoren Eva Riedmann und Michael Bartlewski den mit 1000 Euro dotierten Preis entgegen. An dieser Frage mitgearbeitet haben außerdem Markus Valley und Robert Stöger als VJs, und Hardy Funk für den Online-Bereich. Redaktionell betreut wurde die Gewinner-Frage von Florian Meyer-Hawranek, PULS Redaktionsleiter Thomas Müller und Patrick Abele für die funk-Redaktion. Die Jury lobte vor allem den empathischen, mutigen und modernen Umgang mit dem Thema.

Über den Tod wird so gut wie nie gesprochen. Obwohl er alle irgendwann betrifft. Das war die Ausgangslage des Die Frage-Teams, um für ein junges Format das Thema Tod greifbar zu machen. In vier Kurz-Videos hat das Reportage-Format „Die Frage“ von funk Antworten auf die große Frage „Wie komme ich mit dem Tod klar?“ gesucht. Dabei trifft der damalige Reporter und Host Michael Bartlewski einen jungen Mann, der seine halbe Jugend im Krankenhaus verbringen musste, immer mit der Angst verbunden, bald nicht mehr da zu sein. Er verbringt einen Tag als Pfleger auf der Palliativ-Station – wie geht es den Menschen, die andere bis zum Tod pflegen? Und: was rät ein Bestatter für die eigene Beerdigung?

Nach Veröffentlichung der Folgen auf dem YouTube Kanal von Die Frage gingen die Diskussionen erst so richtig los. Die Filme wurden zusammen über 600.000 Mal angeschaut, in mehr als 1000 Kommentaren schilderte die Die Frage-Community ganz offen ihre eigenen Ängste, Erfahrungen und Strategien um mit dem Tod klarzukommen.

Eine Userin schreibt zu der Reportage aus der Palliativ-Station:

„Unglaublich! Ich habe gerade wahrscheinlich jede Emotion durchlebt. Es ist wahnsinnig, „nur“ durch das Video so berührt zu werden.“

Aber auch für Michael Bartlewski sind die Themen immer wieder Herausforderung und Bereicherung zugleich: „Meinen Tag auf der Palliativ-Station werde ich nie vergessen. Das ist so brutal, wenn Dir jemand sagt: Ich sterbe. Aber es war auch sehr lehrreich, denn durch die Konfrontation mit dem Tod, habe ich auch viel darüber gelernt, was JETZT wirklich wichtig ist im Leben.“

Auch der Laudator, Ordinariatsrat Dr. Armin Wouters, Leiter der Stabsstelle Kommunikation im Erzbistum München und Freising, war beeindruckt von der Dynamik und dem modernen Umgang mit dem Thema über unterschiedliche Ausspielwege und die Vielzahl an Kommentaren. Er lobte den direkten Umgang des Reporters Michael Bartlewski mit seinen Protagonisten.

Seit Ende 2016 produziert PULS Die Frage für funk. Das Format hat einen eigenen Kanal auf YouTube, in dem jede Woche eine neue Folge veröffentlicht wird. Seit Mai 2018 ist Reporter Frank Seibert neuer Host des Formats.

Der „Müncher Sozialcourage Medienpreis“ wurde am 19. Juni 2018 zum vierten Mal von dem Caritasverband der Erzdiözese München und Freising vergeben. Der Preis soll dazu beitragen, Journalistinnen und Journalisten zu qualitäts- und wertorientiertem Journalismus über soziale Themen zu motivieren.

Hier geht’s zu der Playlist: Dem Tod ganz nah